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Mein unbekannter Dienst und Freundschaft zuvor, hochgelahrter, besonder, Lieber Herr und Freund!
Mich hat angelangt von vielen Personen, die dennoch auch gelahrt und der Lernung angehängt haben, dass euer Lehre und Meinung auf die heilige, göttliche Schrift gegründet sein soll, dagegen doch abgünstige und neidische Personen, belästigt mit Geizigkeit, welche zu Abgötterei dienstlich ist, zuwider haben sollet. Und wiewohl ihr euer Wohlmeinung unterlasset und untergebet, durch ein gemein christenlich Berufung und sonst unverdächtiger, verständiger frommer Männer Recht sprechen scheiden zu lassen, sollet ihr doch darüber Gefahr eures Leibes gewarten, und geursacht werden, euch zu frembden Nation und besondern zu den Behmen zu thun, die da geistlicher, eigengewaltiger Zwäng nicht hoch achten.
Ich bitte aber und ermahne euch in Gott dem Herrn: obgleich churfürstenlich, fürstenlich oder ander Obrigkeit sich euer äussern, eher und lieber eigengewaltig, geistlich Zwäng wider euch ungehorsamlich leben wollten, dass ihr auch solch Abweichen und Abfallen nicht bekümmern lassen, noch zu den Böhmen begeben wollet, bei denen etliche Hochgelahrte in Vorzeiten merkliche Verweise und Aergerung erlangt, und also Ungnade gehäuft und gemehrt haben.
Denn ich und sonst, meines Versehens, hundert vom Adel, die ich ( ob Gott will !) aufbringen will, euch redlich zu halten und gegen euern Widerwärtigen vor Gefahr schützen wollen, so lang bis eure Wohlmeinung durch gemeine christenliche Berufung und Versammlung oder unverdächtige, verständige Rechtsprecher unwidertrieben und unwiderlegt, und ihr besser unterricht würdet, wie ihr euch aus vorigem Grund der Submission selbst gefriedet habet. Das Alles hab ich euch getan, als dem ich mit unbekannten Diensten und Freundschaft gewilliget bin, nicht zu bergen noch unverkündet lassen wollen sich deshalb zu getrösten. |
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